Vitamin B1 (Thiamin) — Coenzym im Energiestoffwechsel
Thiamin
Vitamin B1 (Thiamin) ist ein wasserlösliches B-Vitamin und Coenzym im Kohlenhydrat- und Energiestoffwechsel. Es war das erste Vitamin, das wissenschaftlich isoliert wurde — daher die '1' im Namen.

Was ist es?
Thiamin ist eine schwefelhaltige organische Verbindung. Im Körper wird es zur biologisch aktiven Form Thiaminpyrophosphat (TPP) phosphoryliert und wirkt als Coenzym mehrerer zentraler Stoffwechselenzyme (insbesondere im Citratzyklus und Pentosephosphatweg). Thiamin ist hitze- und alkaliempfindlich; bei der Lebensmittelzubereitung können erhebliche Mengen verloren gehen.
Gesundheitsbezogene Angaben
gemäß EU-Verordnung 1924/2006 i.V.m. 432/2012
Für Vitamin B1 sind aktuell keine gesundheitsbezogenen Angaben nach EU-Verordnung 432/2012 zugelassen.
Wir machen daher keine Aussagen zu möglichen Wirkungen.Funktion im Körper
Thiamin (Vitamin B1) ist ein wasserlösliches Pyrimidin-Thiazol-Vitamin, das im Organismus durch die Thiamin-Pyrophosphokinase zur biologisch aktiven Coenzymform Thiaminpyrophosphat (TPP, syn. Thiamindiphosphat, TDP) phosphoryliert wird. TPP ist prosthetische Gruppe der α-Ketosäure-Dehydrogenase-Komplexe (Pyruvat-Dehydrogenase, α-Ketoglutarat-Dehydrogenase, Verzweigtketten-Ketosäure-Dehydrogenase) im Energiestoffwechsel sowie der Transketolase im Pentosephosphatweg. Nach EU-Verordnung 432/2012 ist u.a. folgender Wortlaut zugelassen: Thiamin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei sowie Thiamin trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
Empfohlener Tagesbedarf
Der Nährstoffbezugswert (NRV) für Thiamin liegt gemäß EU-Verordnung 1169/2011 bei 1,1 mg pro Tag. Die EFSA empfiehlt für Erwachsene 0,1 mg pro Megajoule Energieaufnahme.
Natürliche Quellen
Reich an Thiamin sind Schweinefleisch, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Sonnenblumenkerne, Hefeflocken und Nüsse. Geschälter Reis und Auszugsmehle enthalten deutlich weniger Thiamin als die jeweiligen Vollkornvarianten.
Wer hat erhöhten Bedarf?
Erhöhter Bedarf besteht bei intensivem Sport, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei chronischem Alkoholkonsum, bei chronischen Magen-Darm-Erkrankungen sowie bei einseitiger kohlenhydratreicher Ernährung.
Hinweise zur Unterversorgung
Ein ausgeprägter Thiamin-Mangel ist in industrialisierten Ländern selten. Bei Verdacht auf Unterversorgung empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung.
Wechselwirkungen
Hohe Dosen von Tannin (Schwarz- und Grüntee) und Alkohol können die Thiamin-Aufnahme reduzieren. Bestimmte Diuretika können die renale Thiamin-Ausscheidung erhöhen.
Wann sind Effekte zu erwarten?
Thiamin wird im Körper nur in geringen Mengen gespeichert (Halbwertszeit etwa 10-20 Tage). Eine regelmäßige tägliche Zufuhr ist daher wichtig.
Nebenwirkungen & Sicherheit
Thiamin gilt als sehr gut verträglich. Die EFSA hat keinen Tolerable Upper Intake Level festgelegt — überschüssiges Thiamin wird über die Nieren ausgeschieden. Die auf dem Etikett angegebene Verzehrmenge sollte nicht überschritten werden.
Tipp
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Quellen & wissenschaftliche Referenzen
[1]
European Food Safety Authority (EFSA). Dietary Reference Values for thiamin, 2016.
[2]
Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission über die Zulassung gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel.
[3]
Weiterführende biomedizinische Literatur zu Thiamin — PubMed-Datenbank.
Die hier aufgeführten Publikationen dienen der wissenschaftlichen Einordnung. Sie stellen keine gesundheitsbezogenen Angaben im Sinne der EU-Verordnung 1924/2006 dar.
% NRV = Nährstoffbezugswert für die tägliche Zufuhr gemäß Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht überschreiten.



