Taurin — semi-essentielle, schwefelhaltige Aminosulfonsäure

Taurin ist eine schwefelhaltige Aminosulfonsäure, die in hoher Konzentration in Geweben des menschlichen Körpers vorkommt — insbesondere im Herzen, in der Muskulatur, im Gehirn und in der Netzhaut.

In 1 Produkt
Taurin

Was ist es?

Taurin (chemisch: 2-Aminoethansulfonsäure) ist im Gegensatz zu den meisten anderen Aminosäuren nicht in Proteine eingebaut, sondern liegt frei im Zell- und Gewebewasser vor. Es wird vom Körper aus L-Cystein synthetisiert und zusätzlich über die Nahrung aufgenommen — beim Erwachsenen daher semi-essentiell, beim Säugling und Kleinkind gilt es als essentiell.

Gesundheitsbezogene Angaben

gemäß EU-Verordnung 1924/2006 i.V.m. 432/2012

Für Taurin sind aktuell keine gesundheitsbezogenen Angaben nach EU-Verordnung 432/2012 zugelassen.

Wir machen daher keine Aussagen zu möglichen Wirkungen.

Funktion im Körper

Taurin (2-Aminoethansulfonsäure) ist eine schwefelhaltige β-Aminosulfonsäure, die im Gegensatz zu den α-Aminosäuren nicht in Proteine eingebaut wird, sondern frei intrazellulär in millimolaren Konzentrationen vorliegt — am höchsten in Herz-, Skelettmuskel-, Hirn- und Netzhautgewebe. Endogen wird Taurin aus L-Cystein über den Cysteinsulfinsäure-Weg synthetisiert. In der Leber kondensiert Taurin enzymatisch mit Cholsäure und Chenodesoxycholsäure zu den konjugierten Gallensalzen Taurocholat und Taurochenodesoxycholat. Zusätzlich wirkt Taurin als organisches Osmolyt und Membran-Stabilisator.

Empfohlener Tagesbedarf

Die Aufnahme über eine Mischkost wird auf etwa 40-400 mg pro Tag geschätzt, in Nahrungsergänzungsmitteln werden typischerweise höhere Dosen verwendet.

Natürliche Quellen

Reich an Taurin sind tierische Produkte — insbesondere Meeresfrüchte (Muscheln, Tintenfisch), Fisch, dunkles Fleisch (Geflügelkeulen, Rind). Pflanzliche Lebensmittel enthalten praktisch kein Taurin — vegan lebende Menschen sind auf die körpereigene Synthese aus L-Cystein angewiesen.

Wer hat erhöhten Bedarf?

Erhöhter Bedarf kann bei vegan lebenden Menschen, bei intensivem Ausdauersport sowie bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen bestehen.

Hinweise zur Unterversorgung

Eine isolierte Taurin-Unterversorgung ist beim gesunden Erwachsenen selten.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit Medikamenten sind in klinisch relevanter Form nicht systematisch beschrieben.

Wann sind Effekte zu erwarten?

Pharmakokinetisch wird Taurin gut resorbiert und überwiegend renal ausgeschieden.

Nebenwirkungen & Sicherheit

Taurin in den üblichen Nahrungsergänzungs-Dosen gilt als gut verträglich. Die EFSA hat in einer Bewertung von 2009 Taurin-Tagesdosen bis 6 g als unbedenklich eingestuft. Die auf dem Etikett angegebene Verzehrmenge sollte nicht überschritten werden.

Tipp

In Vitaresorp®-Produkten wird Taurin in moderater Dosierung verwendet — die häufig in Energy-Drinks beworbenen sehr hohen Mengen sind für den klassischen Nährstoff-Anwendungsfall nicht erforderlich.

Vitaresorp-Produkte mit Taurin

Quellen & wissenschaftliche Referenzen

  1. [1]

    European Food Safety Authority (EFSA). Scientific Opinion on the use of taurine and D-glucurono-γ-lactone as constituents of the so-called "energy" drinks, 2009.

  2. [2]

    Weiterführende biomedizinische Literatur zu Taurin — PubMed-Datenbank.

Die hier aufgeführten Publikationen dienen der wissenschaftlichen Einordnung. Sie stellen keine gesundheitsbezogenen Angaben im Sinne der EU-Verordnung 1924/2006 dar.

% NRV = Nährstoffbezugswert für die tägliche Zufuhr gemäß Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht überschreiten.