Folsäure (Vitamin B9) — essentiell für die Zellteilung
(6S)-5-Methyltetrahydrofolat
Folsäure (Vitamin B9) ist ein wasserlösliches B-Vitamin, das für zentrale Stoffwechselprozesse benötigt wird. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat mehrere Funktionen für Folat (die natürliche Form) und Folsäure (die synthetische Form) offiziell anerkannt.

Was ist es?
Als „Folat” wird die natürlich in Lebensmitteln vorkommende Form bezeichnet, „Folsäure” die synthetische Verbindung in Nahrungsergänzungsmitteln. Beide werden im Körper in die aktive Form 5-MTHF umgewandelt. Folsäure ist hitze- und lichtempfindlich — bei der Zubereitung von Lebensmitteln gehen erhebliche Mengen verloren.
Gesundheitsbezogene Angaben
gemäß EU-Verordnung 1924/2006 i.V.m. 432/2012
Für Folsäure sind aktuell keine gesundheitsbezogenen Angaben nach EU-Verordnung 432/2012 zugelassen.
Wir machen daher keine Aussagen zu möglichen Wirkungen.Funktion im Körper
Folat ist die Sammelbezeichnung für die Pteroylglutaminsäure (Folsäure) und ihre biologisch aktiven Derivate, insbesondere 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF). Diese fungieren im C1-Stoffwechsel als Überträger von Methyl-, Methylen- und Formyl-Gruppen und sind damit Cofaktoren der Purin- und Pyrimidin-Synthese (DNA-Bausteine) sowie der Remethylierung von Homocystein zu Methionin. Die Umwandlung von Folsäure in 5-MTHF erfolgt über die Dihydrofolatreduktase und die Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR). Nach EU-Verordnung 432/2012 ist u.a. folgender Wortlaut zugelassen: „Folat trägt zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei” sowie „Folat hat eine Funktion bei der Zellteilung”.
Empfohlener Tagesbedarf
Der Nährstoffbezugswert (NRV) für Folsäure liegt gemäß EU-Verordnung 1169/2011 bei 200 µg pro Tag. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene 300 µg Folat-Äquivalente pro Tag. Für Frauen mit Kinderwunsch und in der Frühschwangerschaft wird eine zusätzliche Folsäure-Supplementierung von 400 µg/Tag empfohlen.
Natürliche Quellen
Folat findet sich vor allem in grünem Blattgemüse (Spinat, Mangold, Salate), Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen, Eigelb und in der Leber. Der Name leitet sich vom lateinischen „folium” (Blatt) ab.
Wer hat erhöhten Bedarf?
Frauen mit Kinderwunsch und in der Schwangerschaft (insbesondere in den ersten Wochen — kritisch für die Neuralrohrentwicklung), Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel einnehmen, sowie ältere Menschen können einen erhöhten Bedarf haben.
Hinweise zur Unterversorgung
Eine unzureichende Folat-Versorgung kann sich in Müdigkeit, verminderter Leistungsfähigkeit oder einer Blutbildveränderung (megaloblastäre Anämie) äußern. In der Schwangerschaft ist eine gute Folsäure-Versorgung besonders wichtig — eine ärztliche Beratung wird hier empfohlen.
Wechselwirkungen
Bestimmte Medikamente können den Folat-Stoffwechsel beeinflussen, darunter Methotrexat, einige Antiepileptika und Sulfasalazin. Bei gleichzeitiger Einnahme dieser Medikamente sollte eine ärztliche Rücksprache erfolgen. Folsäure und Vitamin B12 sind eng verknüpft — eine alleinige hochdosierte Folsäure-Einnahme kann einen B12-Mangel maskieren.
Wann sind Effekte zu erwarten?
Veränderungen im Folat-Status sind durch eine kontinuierliche Zufuhr über mehrere Wochen messbar. Bei Schwangeren wird empfohlen, bereits vor der Konzeption mit der Supplementierung zu beginnen.
Nebenwirkungen & Sicherheit
Folsäure gilt als gut verträglich. Die EFSA hat einen Tolerable Upper Intake Level für die synthetische Folsäure (zusätzlich zu Nahrungsfolat) von 1.000 µg pro Tag festgelegt. Die auf dem Etikett angegebene Verzehrmenge sollte nicht überschritten werden.
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Quellen & wissenschaftliche Referenzen
[1]
European Food Safety Authority (EFSA). Dietary Reference Values for folate, 2014.
[2]
Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission über die Zulassung anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel.
[3]
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Folat — Referenzwerte und Schwangerschaft.
Die hier aufgeführten Publikationen dienen der wissenschaftlichen Einordnung. Sie stellen keine gesundheitsbezogenen Angaben im Sinne der EU-Verordnung 1924/2006 dar.
% NRV = Nährstoffbezugswert für die tägliche Zufuhr gemäß Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht überschreiten.